Artikelreihe „Telemedizin und eHealth“

Artikel 3: Schlafapnoe

Der 67-jährige Günther leidet unter einer obstruktiven Schlafapnoe. Als Symptome treten Schnarchen und Atemstillstände im Schlaf auf. Die Ursache liegt in einer zu starken Erschlaffung von Teilen der Rachenmuskulatur. Wie Günther sind ca. 60 % der Männer in seinem Alter von Schlafapnoe betroffen. Betroffene spüren nicht nur die Folgen einer Verschlechterung der Schlafqualität, sondern sind im Zeitverlauf bei Nichtbehandlung auch Teil der Hochrisikogruppe für weitere schwerwiegende gesundheitliche Probleme. Diese können bspw. sein:

• Arterielle Hypertonie
• Herzkranzgefäßverengung
• Erhöhtes Herzinfarktrisiko
• Herzmuskelschwäche
• Erhöhtes Schlaganfallrisiko
• Herzrhythmusstörungen


Als ersten naheliegenden Behandlungsschritt empfiehlt Günthers Arzt eine Lebensstiländerung. Nachdem sich aber weder durch Gewichtsreduktion noch durch Meidung von Alkohol eine wesentliche Besserung eingestellt hat, soll Günther nun mit einer nächtlichen Überdrucktherapie (Continuous Positive Airway Pressure, kurz CPAP) behandelt werden. Bei dieser Behandlungsmethode wird mittels einer Beatmungsmaske (Nasenmaske oder Mund-Nasenmaske) ein kontinuierlicher Überdruck erzeugt, welcher die oberen Atemwege im Schlaf offen hält, so dass Schnarchen bzw. Atempausen vermieden werden.

Grafik Schlafapnoe

Quelle: http://www.resmed.com/content/dam/resmed/global/de/images/products/devices/airsense10autoset/AirSense-10-AutoSet_KF_02_B2C.png

Untersuchungen identifizieren die Anfangszeit als entscheidend für den Langzeiterfolg der Schlafapnoe-Behandlung. Werden Schwierigkeiten in der Therapie gleich zu Beginn erkannt und beseitigt, ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass der Patient seine Gesichtsmaske langfristig trägt. Allerdings brechen Patienten gerade in den ersten Wochen die Therapie oft ab. Dies liegt häufig daran, dass die Maske stört, Druckstellen entstehen oder die Schläuche im Weg sind.

Eine Anpassung der Gesichtsmaske ist im Regelfall erst dann möglich, wenn der Patient seinen Arzt kontaktiert und auf das Problem hinweist. Ein pro-aktiver Dialog mit den Patienten lässt sich durch die Integration von telemedizinischen Ansätze in die Behandlung realisieren. Dabei erfassen moderne CPAP-Geräte, neben der reinen Beatmungsfunktion, Daten zur Tragezeit der Maske, Leckagen oder nächtlichen Atemaussetzern. Diese Informationen werden mittels Telemonitoring direkt an ein betreuendes Zentrum oder den behandelnden Arzt übermittelt. Auf diese Weise kann ab Therapiebeginn eine individuell auf den Patienten abgestimmte Betreuung erfolgen. Bei Auffälligkeiten in den gemessenen Werten geht fachlich geschultes Personal direkt auf den Patienten zu. Patient, Fachpersonal und ggf. der behandelnde Arzt begegnen den aufgetretenen Auffälligkeiten gemeinsam, um sie gar nicht erst zum Problem werden zu lassen. Dies gibt den Patienten zusätzliche Sicherheit von Anfang an, was sich wiederum positiv auf die grundsätzliche Therapieakzeptanz und die nächtliche Gerätenutzung auswirkt.

Ein Anbieter der beschriebenen telemedizinischen Schlafapnoetherapie ist ResMed.

Grafik Schlafapnoe
Quelle: ResMed
Seit sich auch Günther in telemedizinischer Behandlung befindet, profitiert es von dem kontinuierlichen Austausch zwischen allen an der Behandlung beteiligten Akteuren. Er kann sich sicher sein, dass die Therapie auf seine persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Beispielsweise konnte durch das zeitnahe Auswechseln einer nicht passenden Maske ein höherer Tragekomfort erzielt werden. Die Nächte werden somit sowohl für Günther als auch seine Frau wieder erholsamer und gleichzeitig sinkt das Risiko potentieller Folgeerkrankungen.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Team der TÜV SÜD Akademie und der Bayerischen Telemedallianz gerne zur Verfügung.